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Im Schatten der Sozialen Netzwerke
Soziale Netzwerke haben viele Vorteile. Aber sie haben auch ihre Schattenseiten. Spuren, die man einmal im Internet hinter lassen hat, lassen sich nur noch schwer verwischen. Darum sollte man zweimal überlegen was man ins Netz stellt und was nicht.
Entstehung
Soziale Netzwerke existieren in ihrer reinen Form erst seit 1995. Seit dem 21. Jahrhundert boomt die Branche. 2003 ging MySpace an den Start und wurde das erste massentaugliche Netzwerk. Ein Jahr später folgte Facebook. Mark Elliot Zuckerberg versuchte sich mit 19 Jahren erfolglos an zahlreichen Webprojekten. Er hatte wenige Freunde und war ein einsames Genie. Mit Facemash.com hatte er seinen ersten Erfolg. Er hackte sämtliche Datenbanken von Studentenhäusern an einem Abend und stellte alle Fotos ins Netz. Dort forderte er die User auf, die Attraktivität von Studenten, Studentinnen und Tieren zu vergleichen. Innerhalb von fünf Stunden erzielte Facemash.com 22.000 Klicks, um 4 Uhr morgens brach das Universitätsnetzwerk von Havard zusammen. Mark Zuckerberg sorgte weltweit für Schlagzeilen.
Er bekam ein Angebot von den Zwillingen Cameron und Thyler Winkelvoss, ein exklusives soziales Netzwerk für die Havard-Universität zu programmieren. Nach einem Monat hatte er sein Werk vollendet. Allerdings war es kein exklusives Havard-Netzwerk, sondern sein eigenes. Er hatte die Ideen der Zwillinge geklaut und mit drei anderen Studenten Facebook erschaffen. Von den Zwillingen Winkelvoss wurde er auf 65.000.000$ verklagt. Er verlor den Rechtsstreit und musste zahlen. Trotzdem ist Mark Zuckerberg heute der jüngste Milliardär der Welt. Der Wert von Facebook wird auf 100 Milliarden Dollar geschätzt. Neuesten Spekulationen zu Folge sind über 750 Millionen Menschen auf Facebook.com registriert, bestätigt hat Facebook diese Zahl nicht. Anfang
2012 wird sich wahrscheinlich der 1.000.000.000. User anmelden.
Fakten und Zahlen zu Facebook
Facebook ist blau, da Mark Zuckerberg an einer Rot-Grün-Blindheit leidet. Menschen mit Rot-Grün-Sehschwäche sehen bestimmte Rot- und Grüntöne als Graustufen. Ein Fünftel der 9- bis 12-jährigen europäischen Teenager sind bei Facebook– ab 13 darf man sich anmelden. Die Hälfte aller US-Amerikaner ist bei Facebook. In Deutschland ist es jeder Vierte. In China sind auf Grund der Internetzensur nur 0,04% der Bevölkerung registriert.
Jeder zehnte Erdbewohner ist bei Facebook registriert.
Es gibt über 100 Milliarden Fotos bei Facebook.
Facebook ist nach Google die beliebteste Website der Welt.
Mobbing
Mobbing ist immer schlimm, nicht nur für das Opfer, auch für den Täter. Die möglichen Gründe für Mobbing sind vielfältig: Neid, Eifersucht, Missgunst, Angst, Ärger, Frust, Hass oder einfach nur Langeweile. Manchmal hat Mobbing aber auch egoistische Hintergründe. „Solange ich mitmache, bleibe ich selbst verschont“, lautet dann meistens das Motto. Oft will der Täter aber einfach nur von den eigenen Fehlern und Schwächen ablenken.
Mobbing passiert nicht nur auf Schulhöfen, an Arbeitsplätzen und auf Straßen. Soziale Netzwerke werden immer häufiger für Mobbing missbraucht. In zwei Minuten ist es möglich sich bei Facebook unter falschem Namen ein Fakeprofil zu erstellen. Durch diese Anonymität wird hemmungsloser und mehr gemobbt, da die Täter keine Konsequenzen fürchten.
Eine junge Schweizerin wurde zu einer Geldstrafe verurteilt, weil sie auf Facebook einen Mann als „Seckel” und als „truurige Mensch” beschimpfte. Was noch sehr harmlose Bezeichnungen sind. Richtig schlimm wird es für das Opfer, wenn es als Kinderschänder oder schwul dargestellt wird. Die Schweizerin schrieb wörtlich: „Oh Gott, wafüren truurige Mensch, i will de Nochname vo dem Seckel wüsseeee!“. Der Beschimpfte erstattete Anzeige.
Mehrere Jugendliche wurden durch Cybermobbing in den Selbstmord getrieben. Selten suchen Opfer die direkte Konfrontation mit ihrem Peiniger auf der Straße, was die Situation nicht verbessert, sondern oft in körperliche Gewalt ausartet. Die Opfer trauen sich meistens nicht, jemanden etwas zu erzählen. Das ist bedauerlicherweise genau das Falsche, so kann der Täter fröhlich weitermobben, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Die Situation wird immer schlimmer. Richtig ist es, mit seinen Freunden, Lehrern, Eltern oder mit seinem Vorgesetzten die Situation zu besprechen und eine Lösung zu suchen, denn Mobbing ist lösbar!
Facebook-Partys
Aktuell liegen Facebook-Partys voll im Trend. Auslöser war „Thessas sweet 16”-Party in Hamburg. Sie wollte zu ihrem 16. Geburtstag ihre Freunde einladen, dabei hat sie das Häkchen übersehen, durch welches die Einladung für jeden Facebook- Nutzer zugänglich wurde. 16.000 Partygäste sagten für die Party zu, obwohl sie die Party vorher absagte, erschienen 1.500 Partyfreudige. Erst wurde ausgelassen gefeiert und getrunken. Dann wurden Böller, Mülltonnen, eine Gartenlaube angezündet und Steine geworfen. Unbewusst hat Thessa einen neuen Trend erfunden. Es gibt zahlreiche Nachahmer, die gerne ihren Geburtstag mit der ganzen Welt feiern wollen. Der Eintritt ist immer frei! Leider gibt es keine Toiletten. Ebenso werden noch dringend Personen zur Reinigung der Straße und Streitschlichter gesucht. Uwe Schünemann (CDU) forderte ein Verbot der Facebook-Partys. Allerdings erhielt er keine Unterstützung von anderen Politikern.
Demonstrationen
Verabredungen, Partys und Festivals werden heute in Sozialen Netzwerken geplant. Ebenso wie Protestaktionen und Demonstrationen. Die Demonstrationen auf den Straßen Kairos begannen friedlich, Tausende hatten sich über Twitter und Facebook zu einer friedlichen Demonstration gegen Husni Mubarak, den Ex-Präsident Ägyptens verabredet. Die Situation spitzte sich zu, Internet und Mobilfunk wurden gesperrt, damit brach das Kommunikationszentrum der Demonstranten zusammen. Ein riesiges Chaos brach aus. Bei den Demonstrationen von Stuttgart 21 spielten Soziale Netz- werke auch eine große Rolle. Ein normales Leben ohne Internet ist heute nicht mehr denkbar.
Daten und Privatsphäre
Facebook gleicht einem Einwohnermeldeamt für die gesamte Welt. Von jedem User wird ein Benutzerprofil erstellt. Aus den gesammelten Daten wie z.B. Mails, Alter, Interessen, Pinnwandeinträgen, Suchanfragen, likes, SMS… wird berechnet zu welcher Zielgruppe du gehörst. So können Firmen ihre Werbung extra für dich anpassen und dir die Werbung anzeigen, die dich wahrscheinlich interessiert. Leider kommt es immer wieder zu Datenpannen, Sicherheitslücken und Hackerangriffen auf Google und Facebook. Dann kann es passieren, dass dein Profil für jeden sichtbar im World Wide Web landet.
Google+ (Google Plus) ist ein neues soziales Netzwerk vonGoogle. Bereits in der Testphase hatte es schon ungefähr 5.000.000 User. Ingenieur Vic Gundotra vom Suchmaschinengigant Google war ziemlich erstaunt als mitten in der Nacht zum Sonntag die Google+ Festplatte für 80 Minuten voll war. Der Facebook-Konkurrent erfreut sich größter Beliebtheit. Mittlerweile durften Google+ Benutzer andere Personen einladen. Dies führte zu einem Massenansturm mit Schneeballeffekt, nach ein paar Stunden wurde die Funktion deaktiviert, da die Google-Server diesen Belastungen auf Dauer nicht gewachsen sind. Bald wird Google+ für jeden über 18 Jahren erreichbar sein. Es könnte mit zahlreichen praktischen Funktionen den Facebook-Boom stoppen.
Die Antwort auf Google plus ist von Facebook ein Videochat und die Gesichtserkennung. Die Gesichtserkennung ist ein harmloser Name. Die Polizei fahndet teilweise mit ihr in Facebook nach Verdächtigen. Sie funktioniert denkbar einfach: Wenn Max Mustermann schon einmal auf einem Bild markiert wurde, ist er im System gespeichert. Sobald nun ein anderer Nutzer ein Bild hoch lädt, auf dem Max zu sehen ist, wird er automatisch zur Markierung vorgeschlagen. Der Uploader muss den Vorschlag dann noch bestätigen. Es wurde viel Kritik geäußert, da kein User auf die Änderung hingewiesen wurde. Die Gesichtserkennung kannst du ganz einfach unter Konto/ Privatsphäre-Einstellungen/(unten)Benutzerdefinierte Einstellungen/ (bei Freunde vorschlagen) Einstellungen bearbeiten/ Aktiviert/ Gesperrt/ OK deaktivieren.
Heute wird häufig vor der Einstellung eines neuen Mitarbeiters erst mal sein Facebook Profil angeschaut. Fotos von Partys oder von übermäßigen Alkoholkonsum des Bewerbers kommen nicht immer gut bei dem neuen Arbeitgeber an.
Facebook kann Chatnachrichten in einem Zeitraum von 20 Jahren nachlesen und mitverfolgen. Wenn auf Facebook Bilder hochgeladen werden, weiß Facebook, die IP-Adresse und von welchem Computer der Upload erfolgte.
Google steht im Speichern von Daten Facebook in nichts nach. Sobald man sich bei seinem Google-Mail- Konto anmeldet, werden sämtliche Suchanfragen und Websites, die man besucht hat, über Jahre hinweg gespeichert.
Unter Kontoeinstellungen/ In diesem Konto gespeicherte Daten anzeigen/ Einträge entfernen oder Webprotokoll leeren/ ist es möglich, alle Suchanfragen bei Google zu sehen und zu löschen. Google garantiert allerdings nicht, dass die Daten tatsächlich gelöscht werden. Die Datensammelwut Googles macht natürlich auch nicht vor euren privaten Mails halt, die ihr an einenGoogle-Mail-Freund schreibt.
Hier ein Auszug aus Googles Nutzungsinformationen, die im Prinzip sagen: „Wir speichern alles, was du machst“. Google formuliert dies schön und kompliziert:
„Wenn du YouTube verwendest, können wir Informationen zu deiner Nutzung der Website aufzeichnen, wie beispielsweise die von dir abonnierten Kanäle, Gruppen und Favoriten, die anderen Nutzer, mit denen du kommunizierst, die von dir angesehenen Videos, die Häufigkeit und Größe von Datenübertragungen sowie Informationen, auf die du in YouTube klickst (einschließlich UI- Elemente und Einstellungen). Wenn du angemeldet bist, können wir diese Informationen mit deinem YouTube- Konto verknüpfen.“
„Mithilfe einer Vielzahl verschiedener Informationen wie Cookies, Web Beacons, IP-Adressen, Nutzungsdaten und anderen nicht personenbezogenen Informationen über deinen Computer oder dein Gerät, wie beispielsweise Browsertyp und Betriebssystem, versorgen wir dich mit relevanter Werbung.“
Nur wenige lesen die meterlangen Benutzungsbedingungen, wenn sie sich bei einer Website anmelden. Wer sich die aktuelle Facebook-App für das mobile Betriebssystem Android installieren will, sollte etwas genauer hinsehen, denn der neue Spionagetrick aus dem Hause Zuckerberg hat es in sich. Er hat es diesmal auf deine SMS abgesehen, die nach einer Installation der Facebook-Android-App offiziell ausgewertet werden dürfen! Die aktuelle Version 1.6.0 unterstützt zwar auch den Upload von Fotos, aber wer den Richtlinien zur Installation zustimmt, akzeptiert somit auch das Auswerten und das Versenden eurer SMS durch Facebook. Auch wenn ihr eine ältere Version installiert habt, werdet ihr nicht verschont, denn das Update kennt keine Gnade, es funktioniert komplett automatisch - ohne eure Zustimmung, sobald ihr online geht.
Sicherheit
Vorsicht ist vor allem in fremden Wireless LAN-Netzwerken geboten. Mit der App Faceniff kann jeder, der im gleichen Netzwerk unterwegs ist, sich in deinen Facebook- oder Twitteraccount einhacken und das Passwort ändern… Dazu benötigt man keine speziellen Fachkenntnisse. Selbstverständlich ist dies illegal, wir raten davon ab.
Anscheinend sind Facebook-Accounts leicht zu hacken. FamousHope bietet bei Hackforums.net an, für 10$ Facebook Hacks an. Viele Forenmitglieder bei Hackforums.net regten sich über den 18-jährigen auf, da er für so eine einfache Aufgabe Geld verlangte. Jeder kann sich anonym bei Facebook registrieren und sich als dein Bekannter, Freund oder Geschäftspartner ausgeben. Darum ist es vorteilhaft, Geschäfte nicht über Facebook abzuschließen.
Fazit
Unser Fazit lautet: ½ Stunde pro Tag in Facebook reicht und ist nicht zu wenig. Wer mehr als 12 Stunden in der Woche in Facebook abhängt, sollte sich Gedanken über sein Leben auf der Erde machen.
Wichtige persönliche Daten wie z.B. Adresse, Telefonnummer, Kontonummer, Passwörter, Pins usw. raten wir nicht
auf Facebook für alle sichtbar zu veröffentlichen. Bilder sind Entscheidungssache, allerdings sollte man wissen: Was einmal in Facebook ist, ist nur noch schwer aus dem Internet zu entfernen, auch wenn es bereits offiziell als gelöscht gilt. Empfehlenswert für das Passwort ist, es eine Kombination aus willkürlich ausgewählten Zahlen und Buchstaben zu verwenden. 100% sicher ist kein Passwort. Vorsicht ist geboten bei Freundschaftsanfragen von Leuten, die man nicht persönlich kennt. Wer weiß schon, wer sich hinter dem Pseudonym eines Namens oder eines schönen Fotos verbirgt.
Auch wer bis jetzt auf dem Facebook- Hype der letzten Jahre mitgeschwommen ist, sollte spätestens jetzt seine Einstellung zu Herrn Zuckerberg und dem Facebook-Imperium überdenken. Ob Soziale Netzwerke wirklich so sozial sind wie sie vorgeben, muss jeder für sich selber entscheiden. Ob Google+ den Kampf um die SozialenNetzwerke gewinnen kann, steht noch in den Sternchen.





